Weniger Wohnraum, mehr Lebensraum!

Unsere Suche nach einem Fleckchen Land für den Karottengrün Hof inkludiert auch die Suche nach einer neuen Bleibe. Doch was soll diese eigentlich bieten? Wie groß soll sie sein? Und was brauchen wir als 3-köpfige Familie tatsächlich an Wohnraum? Fragen über Fragen, die uns nicht erst seit dem Start dieses Projekts beschäftigen. Doch eins nach dem anderen.

Unsere Wohnung ist eigentlich zu groß

Im Moment wohnen wir in einer 81m² großen Wohnung bestehend aus Kinderzimmer, Schlafzimmer, Wohnzimmer, Küche, Bad, Klo und Abstellraum. Grundsätzlich also eigentlich eine optimale Größe für eine 3-köpfige Familie. Zumindest dachten wir das, als wir vor gut 3 Jahren eingezogen sind. Mittlerweile hat sich unsere Sicht etwas verschoben. Denn eigentlich ist diese Wohnung viel zu groß für uns. Wenn wir nicht gerade schlafen, verbringen wir gut 95% der Zeit im Wohnzimmer bzw. in der daran angeschlossenen Küche. Die restliche Wohnung dient unter Tags also de facto nur als Stauraum. Stauraum für Dinge, die wir weder tagtäglich brauchen, noch direkt in der Wohnung lagern müssten.

Warum also nicht den Wohnraum verkleinern?

Wie ihr auf unserer Projekt Seite lesen könnt, möchten wir in Zukunft mehr Zeit draußen verbringen. Wir möchten uns wieder erden und unsere Verbindung zu unserer Umwelt stärken. Denn im Moment leben wir in einer Wohnung, die es perfekt schafft, uns von der Außenwelt abzukapseln. Egal ob es draußen regnet, schneit, die Sonne scheint oder ein Sturm die Blätter im Wind tanzen lässt. Grundsätzlich macht es für uns und unser Leben kaum einen Unterschied. Ich bin übrigens fest davon überzeugt, dass dies einer der Mitgründe dafür ist, warum uns Dinge wie zum Beispiel der Klimawandel so fremd und „weit weg“ vorkommen.

Wir haben uns eine Welt geschaffen, in der der Großteil der Bevölkerung zwischen Wohnung, Büro, Supermarkt und Einkaufszentrum pendelt und dabei möglichst wenig Zeit an der frischen Luft verbringt. Natürlich führt dies auf lange Sicht dazu, dass wir uns nicht mehr als Teil der Natur und unserer Umwelt fühlen. Wie sollen wir uns auch als Teil von etwas betrachten, wenn unser Alltag es kaum erahnen lässt? Alles was wir brauchen oder wollen befindet sich in perfekt klimatisierten Räumlichkeiten. Hier möchten wir ansetzen und unseren Fokus wieder auf das draußen richten. Mit den eigenen Händen in der Erde wühlen, das Wetter spüren und die Auswirkungen des selbigen beobachten. Wir haben uns daher die folgende Frage gestellt: warum viel Geld in Wohnraum stecken, wenn es weniger auch tut und wir stattdessen mehr Land haben könnten?

Ein weiterer großer Pluspunkt, der für weniger Wohnraum spricht ist auch die Frage nach dem ökologischen Fußabdruck. Denn umso weniger Wohnraum wir renovieren, erschaffen oder schlicht instand halten müssen, desto weniger Ressourcen verbrauchen wir dabei. Was bleibt ist also mehr Raum für Leben. Nicht nur unser Leben, sondern vor allem auch mehr Raum für allerlei Insekten, Pflanzen und Tiere. Mehr Raum für frische Luft und natürlich auch mehr Raum für anderes. Ein Lagerfeuerplatz zum Beispiel.

Lagerfeuer statt Fernseher

Jeder, der schon einmal einen gemütlichen Abend am Lagerfeuer verbracht hat, kennt das Gefühl, was nur ein Lagerfeuer in einem auslösen kann. Man könnte stundenlang ins Feuer schauen und es umgibt einen ein unglaublich wohliges Gefühl der Geborgenheit. Als gebe es im Moment keinen besseren Ort auf dieser Welt als hier und jetzt bei diesem Feuer zu sitzen und es einfach zu genießen. Im Idealfall teilt man diesen Moment mit anderen Menschen, die sich ebenso vom Lagerfeuer in seinen Bann ziehen lassen. In Momenten, in denen man den Blick von den tänzelnden Flammen losreisen kann, lässt man den Blick auch gerne einmal gen Himmel wandern und bestaunt die tausenden Sterne am Himmelszelt.

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich hatte schon öfter das Vergnügen an einem Lagerfeuer zu sitzen und jeder einzelne Moment war wundervoll und hat sich für immer in meine Erinnerung eingebrannt. Es sind Momente wie diese, in denen wir erkennen, was tatsächlich von Bedeutung ist. Was uns tatsächlich gut tut und unsere Grundbedürfnisse nachhaltig befriedigt. Eine Fußbodenheizung mag komfortabler sein und ebenso unsere Bedürfnis nach Wärme erfüllen. Doch wird es niemals an ein echtes Feuer heranreichen.

Also zieht ihr jetzt in ein Zelt?

Nicht ganz. Die Idee in einer Jurte zu wohnen ist zwar für uns tatsächlich sehr reizvoll. Es soll aber dennoch eine Art Tiny House werden. Im Idealfall bietet unser neues Zuhause zwischen 40 – 55m². Mit gerade ausreichend großen Schlafzimmern für uns und unsere Babykarotte, kleinem Badezimmer  und gemütlicher Wohnküche, die groß genug ist, damit man sich auch an regnerischen Tagen nicht ständig gegenseitig auf die Füße steigt. Alles andere, wie zum Beispiel eine Werkstatt oder ein Lager möchten wir dann gerne unabhängig von unserem Haus bauen. Was aber auf jeden Fall drinnen bzw. nachrüstbar sein muss, ist ein Ofen. Denn wir möchten uns nicht nur draußen am Feuer wärmen, sondern auch unseren Wohnraum mit einem echten Feuer heizen.

Einfach Leben

So wollen wir uns Geschichten beim Feuer ausdenken, singen, tanzen, unsere Hände in die Erde des Gemüsegartens stecken und dem Gras beim Wachsen zuschauen. Uns und unsere Umwelt wieder spüren und erleben. Denn was braucht man mehr als Familie?

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